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Tour 1: Leben mit dem Meer
Auf vielen Wegen kommen Feriengäste nach Dithmarschen. Woher sie auch kommen: Spätestens an der Grenze des Westküstenkreises muss ein Gewässer überquert werden. Dithmarschen ist durch den Bau des Nord-Ostsee-Kanals seit mehr als 100 Jahren eine Insel.
Außer an die am meisten befahrenen künstlichen Wasserstraße der Welt grenzt das 1.400 Quadratkilometer große Eiland an Elbe, Nordsee und Eider. Kein Ort ist weiter als 15 Autominuten vom Meer, vom nächsten Fluss oder vom Kanal entfernt. Die Hälfte des Landes, die fruchtbare Marsch wurde im Laufe der vergangenen 1000 Jahre dem Meer abgerungen.
Der eiszeitliche Geestrücken war bereits vor 40.000 Jahren besiedelt. Seit dem Mittelalter waren die wohlhabenden Dithmarscher sowohl Bauern und Fischer als auch Kaufleute, die mit eigenen Schiffen die damals bekannten Weltmeere befuhren.
Wie Lübeck, Bremen oder Hamburg war auch Dithmarschen Teil der Hanse und auf den so genannten Tagfahrten selbstbewusst vertreten. Spuren dieser Vergangenheit lassen sich in der Dithmarscher Museumslandschaft auf Schritt und Tritt entdecken.
Sturmflutenwelt Blanker Hans
1362, 1825, 1962, 1976 - Sturmfluten gehören zur Nordsee wie das Salz ins Meer. Glücklicherweise sind sie heute jedoch leichter kalkulierbar, wenn auch nicht seltener. In Büsum kommen Sturmfluten sogar sehr häufig vor. Im Sommer täglich von 10 bis 18 Uhr. Im Blanken Hans - der atemberaubenden und einzigartigen Sturmflutenwelt im Herzen von Büsum.
Es ist der Abend des 16. Februar 1962. Ein bis hierhin ganz gewöhnlicher Freitag, der jedoch alles andere als gewöhnlich enden wird. Denn was seit über einem Jahrhundert nicht mehr da war, kehrt an diesem Abend zurück. Mit einer Urgewalt, die die Deiche in Büsum an ihre Grenzen und anderswo darüber hinaus bringen wird und ganz Norddeutschland in Panik versetzt. Hier beginnt eine Geschichte, die in Büsum weitergeführt wird.
Denn seit April 2006 ist der Blanke Hans wieder da. Heute allerdings nicht mehr in lebensbedrohender sondern in äußerst informativer und erlebenswerter Absicht. In Büsums neuester Attraktion - der Sturmflutenwelt Blanker Hans - lässt sich von allen Seiten und mit allen Sinnen erleben, was 1962 weit über Büsum hinaus als größte Katastrophe überhaupt in die Geschichtsbücher des Nordsee-Heilbades eingeflossen ist.
museum am Meer in Büsum
Als idealer Ausgangspunkt einer maritimen Zeitreise bietet sich das neue museum am meer in Büsum an.
Hier werden der Alltag der Büsumer Krabbenfischer und die Krabbenverarbeitung gezeigt. Ein Blick auf die Krabbensiebanlage der angrenzenden Fischfabrik vermittelt einen lebendigen Eindruck vom Weg der Granaten, so heißen die Garnelen aus der Nordsee, zum Krabbenbrötchen.
Bewegte Bilder von der Arbeit der Fischer vermittelt ein Film im begehbaren Ruderhaus. Ein Kurzhörspiel unterstützt die Fantasie der Besucher vom Binnenland. Zahlreiche interaktive Elemente und Vitrinen runden das Bild vom Küstenleben ab. Zum Ausruhen von den überwältigenden Eindrücken gibt es für alle Altersgruppen einen Bootssteg. Vor dem Museum dümpeln keine vier Schritte entfernt derweil die Original-Fischkutter.
Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf
Die nächste Station auf den Spuren der Seefahrer ist das Dithmarscher Landesmuseum, Meldorf. Auch hier öffnet sich ein Zeitfenster in die maritime Vergangenheit der Dithmarscher. Vom Krabbenkuttermodell bis zum Küstenschiff aus dem 17. Jahrhundert reicht das Angebot für die Augen. Mithin ist das Schiff so alt wie die Gustav Wasa in Schweden. Nur haben wir es hier nicht mit einem Paradeschiff, sondern mit einem jener Segler zu tun, die dafür sorgten, dass auch Dithmarschen zu den Kulturen der Nordseeküsten zu rechnen ist, die zwischen Tondern und Flandern eng miteinander verwandt waren. Gestrandet nach einer der Sturmfluten der Jahre 1717/18 steckte dieser typische Küstensegler bis 1969 in einer Wehle (ein Deichbruchloch hinter dem Deich) im Hedwigenkoog bei Büsum. In seinem gläsernen Bauch lässt sich entdecken, welche Waren damals verschifft wurden.
Brunsbütteler Heimatmuseum
Station Nummer drei ist Brunsbüttel. Bei Nord-Ostsee-Kanalkilometer Null zweigt die viel befahrene Elbe Richtung Hamburg ab.
Auch im Brunsbütteler Heimatmuseum haben die Seefahrer Spuren hinterlassen. Erinnerungen an Walfänger, Lotsen und Cap Horniers werden hier lebendig. Attraktion ist der sogenannte Kettenkasten, ein Kellertreffpunkt Brunsbütteler Cap Horniers, das sind Kapitäne, die auf Frachtenseglern das Cap Horn umrundet haben. Noch gibt es sie.

Museumslandschaft Dithmarschen: Kreis Dithmarschen, Dithmarscher Landesmuseum, Bütjestrasse 2-4, 25704 Meldorf,
Telefon: 04832/ 6 00 06- 0, Fax: 04832/ 6 00 06- 17, E-Mail: Landesmuseum@dithmarschen.de
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